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Olmypus PEN-F meine Erfahrung

Ich war lange auf der Suche nach einer kleinen Kamera die man schnell mitnehmen kann. So kaufte ich vor 2 Jahren die OMD-E M10 als Familien – und Immer-Dabei Kamera. Es gibt im Netz einige Blog Artikel wo Profifotografen komplett von Ihrer Vollformat Ausrüstung auf MFT gewechselt haben. Die großen Sensoren haben aber schon Ihre Berechtigung, gerade bei extremen Lichtbedingungen ist Vollformat immer im Vorteil. Dafür hat alleine eine Nikon D750 mit angesetztem 85mm 1.4 so viel Gewicht, wie die gesamte Olympus Ausrüstung. Wie immer im Leben hat alles seine Vor – und Nachteile.

Bis Jänner 2017 war alles perfekt mit der OMD, sie durfte immer wieder mal bei Hochzeiten mit fotografieren und war auf einigen Ausflügen dabei. Leider ist das Bessere der Feind des Guten oder in meinem Fall eher das Schönere. Als ich die ersten Bilder der PEN–F sah war es aus und vorbei. Man soll ja nicht von Dingen und Liebe reden, aber es war Liebe auf den ersten Blick. Ich stehe einfach total auf den Retro Style. Die PEN–F ist hier eine wahre Augenweide. Hier stimmt einfach alles, gefräst wie aus einem Metallblock und mit dem Lederlook, musste ich das Ding haben. Somit war die Zeit der OMD abgelaufen und beim erstbesten guten Angebot wurde die PEN-F gekauft.

Was mir sofort gefallen hat, sie fühlt sich einfach wertig an. Irgendwie wertiger als so manche große Kamera die ich schon hatte. Auch besser als die D750, die auch schon nicht schlecht ist.

Ich bin wahrscheinlich so wie die Art Menschen, die ihr Auto nach der Farbe kaufen 🙂

Bei der PEN-F stimmen aber auch die inneren Werte:

  • 20MP Sensor
  • Klapp und Schwenkdisplay
  • Lautloser elektronischer Verschluss
  • Modus Wahlrad für Schwarz / Weiß, Farbprofile
  • Geniale JPEG Engine ( sehr gut für Familienfotos)
  • Auto Weißabgleich sehr gut ( bei Kunstlicht etwas zu warm)
  • 10 Bilder in der Sekunde
  • 5 Achsen Stabilisator
  • Live Comp, Live Bulb Funktion
  • Gesichtserkennung mit Augenerkennung
  • Alle Knöpfe und Tasten frei belegbar

Das wären so meine Highlights an der Kamera. Wie sieht das jetzt in der Praxis aus? Derzeit besitze ich die gesamte Reihe der kleinen Olympus Festbrennweiten mit Blende 1.8 und das Kitobjektiv.

  • 17mm 1.8 (34mm KB)
  • 25mm 1.8 (50mm KB)
  • 45mm 1.8 (90mm KB)
  • 75mm 1.8 (150mm KB)
  • + Kitobjektiv 14-42mm mit der die Kamera richtig klein wird.

Diese gesamte Ausrüstung passt in eine kleine Umhängetasche und wiegt gerade mal so viel wie die D750 mit einem Objektiv. In der Tasche sind dann noch 3 Akkus (ja die kleinen Dinger fressen dafür viel Strom), Putztuch, Funkauslöser Godox (dazu später mehr), Kleingeld, Filteradapter und die Stativplatte.

PEN-F

Die PEN ist immer als Zweitkamera bei Hochzeiten dabei. Hauptsächlich mit dem 45mm und 75mm 1.8 bestückt, gelingen in Kombination mit dem lautlosen Verschluss unbemerkte Portraits. Durch die hohe Lichtstärke bleibt selbst in der Kirche die ISO meistens bei 1000 und mit dem Stabilisator lassen sich 1/30 locker halten. Auch finde ich den automatischen Weißabgleich gerade in der Kirche um einiges stimmiger als z.B. bei unseren Nikon Kameras. Was im Endeffekt wieder weniger Nacharbeit heißt.

Im Juli durfte die PEN-F dank eines Ausfalls der D750, ein gesamtes Shooting mit Lara bestehen. Mit dem 75mm 1.8 entstanden einige meiner besten Fotos der letzten Zeit. Wie in meinem Artikel Back to the roots beschrieben, macht aber noch immer das Motiv den Hauptanteil an einem guten Foto aus.

PEN-F

PEN-F

Im Prinzip kann man mit dieser Ausrüstung jede Art von Shooting meistern. Sicher stößt MFT auch an seine Grenzen. Beim letzten Shooting mit Nadine musste die PEN-F dann erstmal in der Tasche bleiben, da es in Strömen geregnet hatte und sie nicht wettergeschützt ist. Dafür entstanden dann nach dem Gewitter noch diese Aufnahmen.

PEN-F

Die JPEG Engine ist bei der PEN-F sehr gut abgestimmt und nutze ich diese bei Familienfotos direkt aus der Kamera. Mit dem Creative Dial lassen sich dann coole Schwarz/Weiß oder spezielle Farbeffekte erzielen. Dazu speichere ich einfach trotzdem das RAW, falls ich ein Foto doch mehr bearbeiten möchte.

Mittlerweile kann man mit Olympus dank Godox auch im HSS Modus blitzen. Die neuen Funkauslöser X1T-O unterstützen Olympus Kameras in Kombination mit allen Godox Blitzen. Somit ist auch Olmypus nochmal erwachsener geworden und für mich ein vollwertiger Ersatz, da ich doch sehr viele Shootings mit Blitz bestreite.

PEN-F

HSS 1/4000 gegen die Sonne mit dem Kitobjektiv:

PEN-F

Wo sind jetzt die Nachteile von Olympus bzw. MFT? Die Frage ist was man selber möchte:

Für das letzte bisschen Quäntchen an Qualität kommt man an Vollformat nicht vorbei. Gerade in gleichmäßigen Farbflächen wie dem Himmel rauscht die PEN-F um einiges früher als die D750.

Auch kann man nicht auf Biegen und Brechen die Schatten aufhellen ohne fieses Rauschen zu provozieren.

Den Look eines 35mm 1.4 ART schafft man mit MFT einfach nicht. Es gibt zwar das 17,5mm 0.95, dass aber sehr teuer und ohne AF ist.

Ab ISO 3200 ist Schluss für mich, wo ich mit der D750 auch mal bis ISO 10.000 gehen kann.

Wo das 4:3 Format bei Hochkant Fotos super ist, beschneide ich bei Querformat oft trotzdem in 3:2. Vielleicht muss ich mich auch mehr in der Bildkomposition umstellen, weil oft nach oben hin zu viel Platz über dem Motiv bleibt.

Dafür bekommt man ein kleines leichtes System mit tollen Objektiven und mittlerweile auch allen Möglichkeiten was Blitze betrifft. Für mich war es eine Art Befreiung mit der kleinen Kamera unterwegs zu sein, statt dem schweren Rucksack, der meistens dann irgendwo bewacht werden muss, da dort noch 2-3 Objektive drinnen sind 😉

Mein nächstes Shooting wird sicher nur mit der PEN-F stattfinden.

PEN-F

PEN-F

PEN-F