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Überlegst du noch oder fotografierst du schon?

So war lange die Vorgehensweise bei meiner Art der Fotografie, mit der ich auch an meine freien Projekte ging. Model anschreiben ob es Lust hat an einer Zusammenarbeit und mit einer losen Idee im Kopf einfach shooten. Das klappte auch bis zu einem gewissen Grad immer ganz gut.

Irgendwann merkt man aber, dass man ansteht. Man kommt nicht weiter. Die nächste „Liga“ bleibt einem trotzdem verschlossen. Ohne richtiges Konzept bekommt man die richtig geilen Faces und Models einfach nicht vor die Linse.

In meinem jugendlichen Leichtsinn schrieb ich vor einem halben Jahr auch Melina an, ob sie denn Lust hätte zu shooten. Sie gab mir damals sogar eine Zusage und so planten wir das Shooting. Wie das Leben so spielt wurde ich an dem Wochenende leider sterbenskrank und somit fiel das Shooting ins Wasser. Danach ergab sich einfach kein Ersatztermin mehr und wir blieben aber immer wieder über What’s APP in Kontakt. Langsam bekam ich dann eine Ahnung, dass ich eigentlich der Amateur war, der hier den Profi shooten wollte 😉

Umso mehr freute es mich, dass sie mich dann einlud, ein Einzelcoaching bei ihr zu machen. Ich war sofort Feuer und Flamme und freute mich riesig auf den großen Tag.

An dieser Stelle sei allen Fotografen und Models da draußen gesagt:

„In Österreich wird es nie eine Revolution geben, weil man dafür den Rasen betreten müsste“

Will heißen: Sicher  waren  es insgesamt 6h Fahrzeit und 600KM zu fahren. Aber scheiß drauf, für geile Bilder und etwas dabei zu lernen ist es die Investition immer wert. Das musste  ich nur mal loswerden, weil oft wegen ein paar Kilometer Strecke rumgejammert wird.

Ich startete meinen Tag um 06.30 von daheim aus und kam pünktlich in der Früh im Melina II Studio an.

Man kann den Empfang nur als herzlich beschreiben. Melina ist eine offene Persönlichkeit, die kein Blatt vor den Mund nimmt und auch sagt wenn etwas „Scheiße“ ist. Genau die Art Leute die ich mag, dieses Schöngerede und Herzchen verteilen bringt dich im Leben nicht weiter.

Schnell merkte ich, dass ich bei diesem Coaching eher etwas über zwischenmenschliche Beziehungen als über Fototechnik lernen werde. Es ging also eher Richtung persönlichkeitsbildendes Coaching als Fotografie, was mir sofort gefiel.

Somit waren die Technikfragen schnell geklärt. Frei nach dem Motto die Kamera musst du sowieso beherrschen, wichtig ist, dass du den Kontakt zu deinem Model nicht verlierst.

Wir plauderten dann eine gemütlich eine Stunde über unseren Werdegang, Träume, Wünsche und so manche private Geschichte.

Was mir gleich gefallen hat, dass Melina eine gute Zuhörerin ist und man nie das Gefühl hat man wird nicht ernst genommen. Bei Ihr gibt es auch keine Session ohne Musik. Sie baut regelrecht ihre Sets und Ideen danach.

So lernte ich am Vormittag einiges über mich selbst und war bereit, nach einer Stärkung, die Models in Empfang zu nehmen.

Mit Bianca und Alexander hat sich Melina mit der Wahl der Models richtig ins Zeug gelegt. Die Beiden sind einfach hammermäßig. Cool, lässig, sexy sind die ersten Worte die mir dazu einfallen.

Die erste Session startete mit Bianca und ich merkte „verdammt die Melina geht ab wie eine Rakete“. Da ist nichts mit „mach mal die Pose“ und „setz dich da mal hin“. Sondern bämm Vollgas, bewegen, motivieren, dazwischen Spaß machen, Musik, tanzen, Gas geben, bämm und 10 geile Bilder im Kasten. Dazwischen etwas Parfüm versprühen, wie Melina sagt „guter Duft am Set ist wichtig“. Seitdem riecht meine Kamera nach Parfüm ich find es geil, erinnert mich an den krassen Tag.

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Ich sah  schnell, was den Unterschied zwischen Profimodell und Amateur ausmacht. Die Bianca gab Gas und hängte sich nach jeder motivierenden Ansage nochmal so richtig rein.

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Dazwischen merkte ich auch, dass meine angeborene männliche Technikverliebtheit hier keinen Platz hat. Viel zu schnell verliert man das Model, wenn man ständig an der  Kamera herumspielt. Da ein Objektivwechsel und dort was schauen, zack und weggedriftet 😉 So etwas funktioniert nicht.

Danach kam Alexander dran, die Coolness in Person. Hingesetzt, abgedrückt, Foto im Kasten. Geiles Foto nach 10 Minuten Shooting mit ihm. Eigentlich hätten wir an dieser Stelle aufhören können.

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Melina lies mir hier aber nochmal so richtig kreativen Freiraum und wir erarbeiteten uns ein geiles Set als „Aviator“. Mit Alexander auch ein Kinderspiel, die Chemie stimmte, Musikmäßig ging es von Hip Hop  zu Hardrock (genau mein Ding) und sogar Richtung „Nur noch 60 Sekunden“.

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Danach waren alle fertig. Man merkte jedem die Müdigkeit an und wir verzupften uns ins Studio für die Nachbearbeitung.

Das war für mich dann die Überraschung des Tages. Wie Melina so treffend anmerkte „jedes Bild an dem  du länger wie 5 Minuten hockst ist Scheiße und gehört in den Mülleimer“. Krasse Ansage, aber ich denke an stundenlange Retusche zurück, wo dann das Endergebnis meistens auch nicht besser wurde 😉

Somit war der Nachbearbeitungsteil relativ schnell vorbei und ich lernte wieder, Technik muss beherrscht werden, soll aber dich nicht beherrschen. Schmeiß weg das Zeug, dass du nicht brauchst und lerne mit dem umzugehen mit dem du gerne arbeitest. Das Wichtigste fängt schon bei einer richtig guten Planung an.

Mein Fazit des Tages ist, dass gute Fotos schon im Kopf und bei der Planung entstehen. Wenn alle Beteiligten den gleichen Plan im Kopf haben kann etwas richtig Gutes entstehen. Die zwischenmenschlichen Beziehungen und Chemie sind super wichtig. Ständig in Kontakt mit dem Gegenüber bleiben, Feedback geben, Vollgas, nicht wegschlafen, Bewegung, Spaß haben und geile Musik.

Dank Melina habe ich mehr über mich selbst gelernt, als nur zu fotografieren. Ich bin ihr sehr dankbar dafür und freue mich jetzt schon über die genialen Ergebnisse.

Bucht euch diese Frau, ihr werdet eure Fotografie mit anderen Augen sehen.